Jahreskalender 1843
Januar
1. Vormittags bei Eichhorn.
2. Nachmittags Kopps Catalog notirt.
4. Die Bemerkung gemacht, daß die Potenzenlehre der negativen Philosophie zu viel aus der positiven Philosophie entlehnt hat, und sie selbstständiger zu machen sucht. Zu Hause.
5. Fortgefahren und die Vorlesungen ¿¿¿ weiters repetirt.
6. Vorbereitung auf die Abendvorlesung von 5–6. Zu den Kopp’schen Büchern noch zu setzen No. 453 Piccant: Organum Aristotelicum. Ab 10 Uhr (bis dahin Studenten bei mir) noch zu Eichhorn (Feyer des Verlobungstags).
7. Vormittags die Frage
des Kronprinzen von Bayern beantwortet. Ebenso Nachmittag. Abends Besuch von Fräulein List.
8. Vormittags an den Kronprinzen von Bayern geschrieben
und vorbereitet auf Montag.
9. Abends gelesen.
10. Mittags bei Prinz Wilhelm.
11. Vormittags Praeparatio. Abends gelesen und bei Eichhorns.
12. Zu Hause, unwohl. Gelesen den englischen Aufsatz über Coleridge.
13. Vormittags Praeparatio. Abends gelesen. Nach der Vorlesung den Aufsatz in der Revue des deux mondes gelesen – dann Studenten.
14. Gelesen die Revue des deux mondes. Nachmittags und Abends gelesen.
15. Praeparatio. Abends bei Cornelius.
16. Praeperatio. Mittags bei Neander zum Geburtstag. Abends gelesen.
17. Zu Hause Vorbereitungen.
18. Vorbereitungen. Gelesen. Abends bei Graf Itzenplitz.
22. Beim Adels- und Königsfest.
25. Zu Tisch bei Hofe.
27. Diner im englischen Hause zu Ehren meines Geburtstags. Ankunft von Wendt aus Hamburg zu diesem Tage.
30. Gelesen.
»In China würde man sich behaglicher fühlen als in dem Staate welchen sie construirten.«
– Aber Dank verdienen sie doch – denn durch sie ist nun offenbar geworden die tiefe Häßlichkeit die sich hier unter philosophischen Parolen verbarg.
»Wer will sich mit den Narren befassen. Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.«
Selbst das Seyn von dem Hegel ausgeht ist nichts als aus abstracten Begriffen erhoben – jene tiefste Potenz des unbegründeten Seyns, die Materie, von dem ich ausgegangen war.
»Seyn wird als ein bloßes Moment des Gedankens erfaßt – soll ein bloßes Moment des Begriffs seyn, wie zum Beispiel das Beseeltseyn ein wesentliches Moment im Begriff Thier ist.« »Erst der Begriff ist die Wahrheit des Seyns und des Wesens« §. 83 coll. 159
.
Was Ist? - A = B? Nein! A2? Nein. A3? Nein. Aber wohl A0? Ja wenn es nicht wieder sich ändert. – Am Ende zeigt sich daß von all dem was infolge der Potenz ist, nichts Ist und das was Ist nur die selbst seyende Potenz ist – oder: das was Ist wird erst dadurch erreicht daß die Potenz selbst Ist.
In der ersten Ausgabe der Nouvelle Revue de Bruxelles vom Januar 1843 liest Schelling den französischsprachigen Artikel »Rationalisme Contemporain. Philosophie de Schelling«.
Gott ist die Potenz, die im Seyn ist, die nicht ins Seyn kommt, wie A3.
Der Sohn darf nach Hegel nicht Sohn bleiben, denn da ist zwar der Unterschied gesetzt, aber eben so wenig auch aufgehoben, es ist nur ein Spielen der Liebe mit sich selbst, es kommt nicht zur Ernsthaftigkeit des Andersseyns – dazu (zum Er ist) ist nöthig, daß der Sohn die Bestimmung des Anderen als das Andere erhalte, als ein Wirkliches außer und ohne Gott, das heißt als Welt erscheine. (So ist es also doch Welt) Hegels Religionsphilosophie II. S. 209 ff. Daß ohne Welt Gott nicht Gott ist steht ibid. I. 122 II 157 181.
»Alia est scriptura divina, data fidelibus eo tempore, quo Deus Pater dictus est operari et alia quae data est Christianis eo tempore quo Deus Filius dictus est operari; et alia quae danda erit eo tempore quo spiritus sanctus proprietates mysterii trinitatis operabitur« – Tunc figurae et veritas duorum testamentorum sine velamine apparebit. Gieseler Ki. G. II. S. 329.
Februar
1. Gelesen. Abends bei Eichhorn.
2. Abends bei dem Hofball.
3. Gelesen.
6. Abends gelesen.
7. Morgens die Haare schneiden lassen. Abends bei Minister von Bülow. Schreiben wegen Audienz bei dem Preußischen Kronprinzen.
8. Abends gelesen und bei Eichhorn.
10. Gelesen.
11. Morgens gebadet.
12. Ball bei dem Prinzen von Preußen.
13. Gelesen.
14. Abends beim Hofball.
15. Vormittags Vorlesung XXX ausgearbeitet. Abends zu Hause. (Bähr, Symbolik des mosaischen Cultus 1. und 2. Band).
16. Gelesen.
19. Vorbereitung für die Vorlesung über Plato De Legibus IV 716
.
20. Abends in Gesellschaft bei Savigny. (Gehört, daß Friedrich Rohmer hier).
22. Gelesen.
24. Gelesen.
25. Abends bei Prinz August.
28. Zu Hause – nicht auf dem Maskenball.
Das allgemeine Prius, das heißt Können, das aber = Seyn = Seyn Können und im bloßen Gedanken, wie es zur Wirklichkeit kommt (von Gott noch gar nicht die Rede) dadurch daß -A geht – so -A als -A (durch Vermittlung von +A ±A) gesetzt im Menschen – neuer Anfang. Wenn es das ist, was Ist, so ist das Können hier = Seyn, aber das -A kann gehen – hier auf dem Punkt des apriorischen Wissens. Die negative Philosophie geht aus von der ¿¿¿ All-Einheit, von der also, die selbst nicht existirt. Die positive verwandelt sie in eine existirende. Andere Principien des Seyns als jene kann diese nicht aufstellen, aber diese zeigt sie als einem Seyenden unterworfen. Ganz abstract zu nehmen! Die erste Potenz das Können, die zweite das Seyn, die dritte das Seynkönnen. Kein Subject – dieß Subject kann hier erst gesucht werden, findet sich im Menschen – dann erst wieder in Gott. Die Potenz, die selber nicht Potenz, also seyend, die über der Potenz – Gott, was dasselbe Ist, die also a priori Ist. Oder: Keines von diesen kann die Existenz für sich seyn. Aber ihre Einheit liegt in der Zukunft, das heißt -A muß gehen und sie müßen so eins werden (a posteriori). (Weltkörper, Pflanze, Thier sind nur Halb–Existenzen). Aber auch der Mensch. Nota Bene: Das Existirende ist die Potenz, die alle drei ist, keiner für sich das, was Ist, die Potenz als ihre Einheit. Aber diese in der Zukunft.
/.../
Der Übergang zur Idealphilosophie muß nun daraus gebildet werden, daß das »Ich bin« die Natur außer dem Bewußtsein setzt – und nur dieser Gegenstand zwischen dem Menschen und einer von ihm unabhängigen Welt, da die Existenz im Menschen durch diese gefährdet (die Welt zu ihm sich als ein nicht Seyendes) verhält, ein Wesen postuliert, in dessen Gedanken die Welt doch gegen den Menschen als nicht seyendes gesetzt.
März
1. Morgens Vorbereitung. Abends gelesen.
2. Vormittags bei Eichhorn wegen seines Geburtstages. Abends ebendaselbst zum Souper.
3. Abends gelesen.
6. Nicht gelesen.
7. Vorbereitungen.
8. Gelesen.
9. Vorbereitungen.
10. Gelesen.
11. Abends unwohl. Meyerns (W. F.) hinterlaßene kleine Schriften. 3 Bände. Wien bei Klang. Zu beziehen bei Herbig in Leipzig.
15. Gelesen. Zum ersten Mal -A +A ±A exponirt.
16. Abends bei Eichhorn.
17. Gelesen.
18. Vorbereitungen. Spaziergang.
21. Zu Hause geblieben. Michelets dummes Buch gesehen.
22. Abends auf dem Maskenball bei Hof.
24. Abends Gesellschaft bei uns: nachher gelesen.
25. Abends bei Eichhorn.
26. Die Reimersche Gemäldesammlung gesehen.
27. Mittags Diner bei uns.
28. Vormittags Wachsbild, dieß Modell von Friedrich II. gesehen. Hernach bei Frau von Eichhorn. »Nein, Schelling ist kein Feind der Geistesfreiheit! Auch an Manifestationen der Denk- und Lehrfreiheit wird es nicht fehlen, wenngleich Schelling sich dagegen erklärt hat.« »Durch eine volle Ladung dialektischer Formeln über den Haufen zu schießen.«
29. Morgens Sitzung bei Begas, der mein Bild malt.
30. Ebendaselbst.
31. Ebendaselbst.
Indem Gott vor der Schöpfung -A +A ±A vorsieht, hat er jeden Prototypen alles Existirenden vor sich. – Er hat an dem -A das nur durch Ausgang und Wiedereingang mögliche, wirkliche Subject. Die Intention Gottes ist bloß das -A. Das nothwendige Seyn kann nicht bloß +A seyn, es muß auch -A und dadurch ±A seyn, hat sich als dieses – kann nun aber darin die Möglichkeit eines von sich verschiedenen Seyns sehen. 41. V. 6. Nov. Cfr. B. XXVI adher. a. p. 110 da müßte dann aber – zuerst nicht als das darüber (über die nothwendige Existenz) hinaus Seyn Könnende sondern zuerst ganz intransitiv (nach innen, als Subject von +A und ±A genommen werden).
Der Raum hat seinen Begriff eben darin, daß er ein anderes +A negirt – er treibt es vor sich her – und wenn der Raum ins Unendliche geht so ist er doch durch eben dieses begründet.
»Die reine Wissenschaft, sagt er, enthält den Gedanken, sofern er ebenso sehr die Sache an sich selbst ist, oder die Sache an sich selbst, sofern sie ebenso sehr der reine Gedanke ist.«
Hier ist also nur von der Sache, noch dazu von der Sache an sich selbst die Rede, und die Sache an sich selbst ist wiederum der Gedanke (also aber darum nicht ein Existirendes – es ist das reine Wesen der Sache. Ebenso ist die Methode immer nur dargestellt als der Gang der Sache selbst – man hat also doch auch nur mit der Sache zu thun.
April
1. Das Wetter ändert sich. Regen. Morgens unwohl. Mittags bei schönem Wetter spaziren.
2. Spaziergang. Wiederlesen älterer Hefte, besonders aber mit dem Zusammenhang zwischen positiver und negativer Philosophie.
3. Ebenso. Kurzer Spaziergang.
4. Über obigen Zusammenhang befriedigend Licht gefunden. Vormittags Spaziergang mit Julie. Abends Eichhorns.
5. Morgens Spaziergang.
6. Vormittags bei Begas.
7. Ebenso.
8. Zu Hause.
9. Früh bei Krüger. Abends Besuch von Dr. Schulz aus Dresden.
10. Morgens zum letzten Mal bei Begas.
11. Mittag Diner bei uns.
12. Besuch von Tholuck, Weiß aus Leipzig. Abends bei Eichhorn.
13. Zu Hause und Briefe geschrieben.
14. Zu Hause.
15. Morgens Spaziergang. Mittags bei Grimms mit Lücke, Lachmann. Abends Tholucks bei uns.
16. Morgens unwohl.
17. Mittags Lücke, Lachmann bei uns. Abends bei Eichhorns. Ankunft von Hermann Eichhorn.
18. Mittags zu Tisch bei Neander mit Lücke, Tholuck, pp. Die Antworten auf Fragen des Kronprinzen geschrieben
.
19. Schönes Wetter. Spaziergang.
20. Ebenso.
21. Vormittags bei Herrn von Meyendorff. Spaziergang. Nachmittag bei Neander.
22. Neue Kälte und Regen.
23. Mittags bei Eichhorns. Vormittags Besuch von Neander.
24. Morgens gelesen.
26. Abends bei Eichhorns.
28. Vormittags Besuche.
29. Vormittags Besuch bei von Henning, Strauß pp. Arbeiten zur Vorbereitung der Reise nach München.
30. Nachmittags Berlin verlaßen auf der Eisenbahn in Gesellschaft meiner Frau. Abends in Leipzig.
»Die Methode erscheint als eine Entwicklung der Vernunft selbst, welche in der Emanation ihrer Erscheinung, als Duplicität, sich zu einer durch jene Duplicität bedingten relativen Identität aufhebt, aber diese relative Identität sich wieder entgegensetzt und dieselbe ebenso wieder ergänzt.«
Das Hegelsche Andersseyn (in der Natur) ist selbst ein Gedanke, und der ganze Process der Naturphilosophie besteht nur darin, dieses Andersseyn wieder dem Gedanken adaequat zu machen«
/.../
Die größte Unverschämtheit von Hegel, daß ich mit ihm übereinstimme.
»Seit Newton gibt es in der Natur nichts als Kraefte! Welch Irrthum. Das Weltsystem hängt an der ursprünglichen, allgemeinen Initiation, die von Gott selbst ausgegangen ist. Die Kraft ist nur Bedingung der Erhaltung der primitiven Harmonie, aber sie ist was ihren Ursprung und ihre Dauer betrifft selbst nur ein Erzeugnis derselben.«
Mai
1. Morgens mit der Eisenbahn nach Altenburg. Von da bis Schleiz.
2. Bis Baireuth.
3. Nach Streitberg und Erlangen.
5. Bis Donauwörth.
6. Bis Augsburg, wo ich abends allein zurückblieb.
7. Morgens mit Dorfmüller. Nachmittags nach München.
8. Morgens auf dem Weg nach dem Schloß Thiersch begegnet. – Gemeldet beim König, dem Kronprinzen und der Kronprinzessin, die leider krank. Nach Haus gerufen, weil der König mich schon für Nachmittag 2 €\frac{3}{4}€ Uhr bestellt hatte. Während des Ankleidens kommt der Kronprinz zu mir. Abends bei Reischach.
9. Vormittags beim Kronprinzen. Hernach bei Walther.
10. Morgens Besuch bei Abel abgesagt, weil er erkrankte. Besuch von Reischach, Maurer, Schubert. Abends ist Walther bei uns. Vor Schlafengehen noch die Anzeige eines Paulusschen Schandbuches.
11. Vortrag beim Kronprinzen bis 12 €\frac{1}{2}€ Uhr. Nachmittags bei Mademoiselle Stieler, Pappenheimer, Maurer.
12. Morgens Praeperatio. Vormittags Stunde beim Kronprinzen. Besuch bei Thiersch. Abends Besuch von Broisseré, Walther, Reischach.
13. Früh Zeitung gelesen. Danach Berlin und Erlangen geschrieben. Nachmittag Besuch von Daxenberger, Dr. Sepp, Franz Walther.
14. Besuch von Herrn von Maltiz. Abends Besuch von Vogel.
15. Morgens bei dem Kronprinzen. Bei Schmitz, Nachmittag Audienz bei der Majestät der Königin.
16. Morgens gearbeitet für den Kronprinzen. Von 10–12 Spaziergang im englischen Garten. Nach 12 Uhr Regen und Gewitter. Mittags bei Maurer mit Walther.
17. Früh beim Kronprinzen (sehr müde nach schlechtem Schlaf). Abends bei Schnorr.
18. Vormittags beim Kronprinzen. Nachmittag zu Hause wegen schlechten Wetters.
19. Morgens Bücher ausgesucht; beim Kronprinzen (bei Abel, nachzufragen) bei S. Boißeré. Nachmittag zu Hause.
20. Morgens Bücher ausgesucht. Beim Kronprinzen. (Bis zum Ende der negativen Philosophie). Dann bei Abel auf Dienstag 11 Uhr verabredet. Nachmittags mit Ulrich durch den englischen Garten, nach Bogenhausen und oben zurück. Abends bei Thiersch.
21. Berlin und einige andere Briefe
geschrieben. Zu Tisch bei Frau von Kerstorf mit Broißeré. Abends zu Hause bei großem Regenwetter.
22. Morgens Vorbereitung auf das morgige Fest. Mittags Bad zu Hause genommen. Nachmittags mit Ulrich gegen Sendling. Tod von Perthes erfahren.
23. Von 11–12 bei Minister Abel (nicht lang).
24. Morgens Bücher ausgesucht. Spaziergang mit Caroline. Besuch bei Maltiz.
25. Morgens Vorbereitungen. Beim Kronprinz von 12 – 1 €\frac{1}{2}€. Nachmittags die vier Minister besucht. Abends Walther bei mir.
26. Morgens von 11 – 12 €\frac{1}{2}€ Uhr beim Kronprinzen. Besuch von Schubert, Boißeré.
27. Morgens Reischach. Kurzer Spaziergang.
28. Morgens arge Heiserkeit. Einen Augenblick spaziren. Von 12 €\frac{1}{2}€ – 2 beim Kronprinzen. Zu Tisch mit Walther, Thiersch, Frau von Kerstorf.
29. Morgens Einladung des Kronprinzen. Mittag zur Tafel bei Seiner Königlichen Hoheit dem Kronprinzen.
30. Der Kronprinz lässt absagen wegen Kopfschmerzen. Besuch bei Frau von Kerstorf und Maurer. Abends Besuch von Reischach.
Bei einer philosophischen Natur ist es nicht zu verwundern, wenn die Idee von der alles abgeleitet ist, zuerst so wie in der Natur wirkend erst am Ende offenbar hervortritt.
/.../
Alle festen Substanzen, welche die Chemie unterscheidet, (also auch die Metalle) sind überhaupt nur dadurch, daß es mikroskopische Thiere gibt oder gegeben hat, in deren Haut sich bei den einen diese bei anderen eine andere der verschiedenen Materien abgesondert hat. Dieser Gedanke erscheint jetzt ausschweifend; über kurz oder lang versteht sich die Sache vielleicht von selbst.
Unser Leib, zu dem es ungezählte Missionen ungezählter Thierkörper bedürfte verschwindet völlig gegen die Masse der Erde, diese selbst verhält sich wieder zur Sonne wie das leuchtende mikroskopische Thier zur leuchtenden Meduse.
Alle Vorstellungen die sich auf das räumliche Übersinnliche beziehen, sind für uns inhaltsleer.
Juni
1. Beim Kronprinzen. Mittags bei Niethammer mit Boißeré, Maurer.
2. Brief an Dorfmüller. Beim Kronprinzen. Bei Schmitz. Bei Thiersch zu Mittag mit Niethammer und Boißerées. Besuch von Hermann.
3. In Starnberg (Possenhofen).
4. Regentag. Mit Auswählen meiner Papiere zugebracht. Nachmittags bei Vogel.
5. Regentag, verschiedene Papiere, wie gestern. Nachmittag Spaziergang nach Sendling.
6. Papiere aufgeräumt.
7. Morgens beim Kronprinzen. Nachmittags Papiere.
8. Kein Regen den ganzen Tag. Meine Frau abends bei dem Kronprinzen. Ich abends nach Neuhausen mit Dr. Reischach.
9. Vormittags beim Kronprinzen. Nachmittags mit den Papieren fertig geworden.
10. Vormittags Besuch von Seiner Königlichen Hoheit dem Kronprinzen. Absendung der Papiere an Daxenberger. Kommt nach Stuttgart und Erlangen. Mittags bei Frau von Schmitz mit Andlauer und anderen Diplomaten. Abends bei Broißerées mit Maurer, Niethammer pp.
11. Morgens Besuch von Boißerée, Schnorr, Rohmer. Bei Minister Abel.
12. Herumgefahren bei Schwanthaler, Kaulbach, Kerstorf (Déjeuner). Nachmittags bei Niethammer und Roth.
13. Morgens bei Hermann, Reischach, Maurer, Schmitz. Nachmittag Pappenheimer, Thiersch, Vogel, Maurer. Abends bei Boißerées.
14. Morgens encore Boißerées. Nachmittag gegen drei Uhr nach Landshut abgereist.
15. Nach Regensburg. Bei unserer Ankunft Friz gefunden. Eine halbe Stunde nach uns kommt Karl aus Stuttgart mit seiner Familie.
16. Vormittags Besuch der Walhalla.
17. Früh nach Nürnberg mit Karl pp wo noch ein guter Tag angebrochen – Paul und seine Frau.
18. Um 12 Uhr allein abgereist.
20. Bis Altenburg.
21. Morgens mit der Eisenbahn nach Leipzig, 11 Uhr nach Berlin, wo Julie und ihr Bräutigam uns bei der Eisenbahn entgegenkommen.
22. Um 12 Uhr bei Eichhorns. Abends bei Neander.
23. Vormittags zu Hause mit verschiedenen Lectüren beschäftigt. Nachmittags bei Steffens, Strauß, Grimms.
24. Bisher die ersten zwei Tage unangenehme Kälte mit rauem Wind. Heute anhaltendes Regenwetter.
25. Vormittags das Buch von Paulus. Nachmittag mit Julie spaziren. Abends bei Eichhorns.
26. Vormittags in dem Buch fortgelesen. Kurze Spaziergänge vor und nach Tisch. Abends Besuch bei Steffens. – Schlecht geschlafen.
27. Kein Regen. Vormittags das Buch fortgelesen. Kurzer Spaziergang. Hierauf Besuch von Alexander von Humboldt. Nach Tisch an Reischach nach München geschrieben. Abends Besuch von Wilhelm Grimm, Frau und Fräulein von Eichhorn.
28. Früh an Hinschius geschrieben (Klosterstraße 72). Mittags mit Hermann spaziren. Abends bei Eichhorn, wo Steffens, Strauß, Lichtenstein pp.
29. Brief an Boißerée. Kurzer Spaziergang. Nachmittag Brief an Walther (erst am 30. abgeschickt). Abends Spaziergang mit Hermann.
30. Abends bei Savigny.
Nach Seite 202
soll Hegel wegen des bekannten Aufsatzes geschrieben haben: Nein er ist von mir (Michelets Schrift S. 74)
1830 soll ich nicht gelesen haben.
p. 111 der Paulusschen Schrift »Den nach Fichte in das Extraordinariat eingetretenen«.
Ancillon (über Glaube und Wissen in der Philosophie 1821) sagt p. 37 das Weltall ist nicht ein Product der Schöpfung, wenn unter diesem Wort eine Thathandlung verstanden wird, die da hätte nicht stattfinden können, die nicht ewig wäre, die irgend etwas Vorhergehendes voraussetzte.
Die Natur des Raums ist ein außer sich seyn (eine Theilbarkeit) – aber rein apriorisch, empirisch nie erreichbar.
Der Anfang (der Construction) ist das sich zum Seyn erhebende Subject – das zum Subject gebrochen wird, die sich gegen A2 materialisieren. –
Die Weltkörper sind eben so viele Subjecte, die sich aber zur Materie gegen A2 gemacht.
Die Erhebung.
Juli
1. Brief an Walther. Abends Spaziergang (den ganzen Tag kalt und regnerisch).
2. Brief an Hinschius. – Brief von Tante Julie. Besuch von Turgeneff.
3. Morgens Besuch von Maßmann. Abends bei Eichhorns.
4. Früh Spaziergang nach dem Kreuzberg. Nachmittags drei Uhr Julies Trauung in der Dreifaltigkeitskirche durch Strauß. Mittags Gäste, Eichhorns Familie, Savigny, Steffens, Jakob Grimm, Cornelius und andere.
5. Morgens Besuch bei Julie. Abends große Soirée bei Eichhorns.
6. Spaziergang in dem Thiergarten und bei Julie. Vom vierten an das schönste (heiße) Wetter. Abends bei Julie mit Eichhorns. Vormittags erhielt ich endlich die zwei Schriften von Hinschius und revidierte sie.
7. Morgens Besuch bei Turgeneff. Erschöpft von der großen Hitze. Nachmittags Gewitter und Regen. Abends zu Hause.
8. Früh an Hinschius geschrieben wegen Abschrift. Erst gegen Mittag sie erhalten. Mittags bei Rheinwald (wegen Rohmer). Abends Spaziergang. Besuch von Turgeneff.
9. Früh an Eichhorn geschrieben. Besuch von Trendelenburg. Nachmittags Spaziergang. Regen. Begegnung von Eichhorn.
10. Vormittags ein Bad. Nach Tisch Spaziergang. Julie und Hermann begegnet. Abends Dr. Meyr.
11. Vormittags Kapps Buch erhalten. Abends Spaziergang. Aus Jakob Böhme: Es ist auch kein Vorsatz einiges Dinges, denn aller Dinge Ursprung, wie das geschehen kann, liegen in der Idea, in ewiger Bildung, nicht als Gebildetes, sondern in stetswährender Bildung
pp. De Tribus Principiis c. 9 §37.
12. Abends Buch gelesen. Nachmittags Spazierfahrt nach Charlottenburg.
13. Abends bei Eichhorns Abschied zu nehmen.
14. Vormittags mit Julie spaziren. Nachher Besuch von Rheinwald. Nachmittags Spaziergang im Thiergarten mit Hermann.
15. Vormittags Dr. Meyr. Abends Spaziergang mit Hermann.
16. Vormittags bei Dr. Hitzig. Spaziergang, katholische Kirche. Mittag Julie und Hermann bei uns. Abends Spaziergang mit Mutter.
17. Bei Julie und mit ihr nach Hause. Nachmittags mit Mutter. Hernach allein spaziren. Abends Dr. Meyr.
18. Morgens im Bad. Abends Spaziergang mit Mutter.
19. Besuch bei Trendelenburg.
20. Mittags Hermann und Julie (wegen Geburtstag) nebst Ludwig Maurer bei uns. Partie nach Grunewald.
21. Vor Tisch bei Oersted. Nachmittags gelesen. Abends bei Hermann und Julie.
22. Oersted eingeladen. Bei Humboldt. Nachmittag Besuch von Strauß.
23. Brief an Schubert nach München. Mittags die von Hinschius veranlaßte Resolution des Ministers des Inneren erhalten. Abends Gesellschaft bei uns.
24. Die Resolution an Hinschius geschickt. Spaziergang mit Mama. Abends Besuch von Dr. Meyr.
25. Fortdauernd schlechtes Wetter. Mittag bei dem Diner im Odeon für Oersted. Abends Hermann und Julie.
26. Vormittags zu Hause gelesen. Abends mit Mutter im Theater. Mirandolina.
27. Vormittags Brief an Paul. Großer Spaziergang mit Julie. Schreiben von Eichmann wegen des Paulusschen Nachdrucks an die Bundesregierung abgegangen.
28. Besuch bei Eichmann. Spaziergang mit Mutter. Nachmittag Spaziergang. Zufällig mit Eichhorn und Julie.
29. Begräbnißtag des Prinzen August. Abends Spaziergang.
30. Vormittag Besuch von Dr. Meyr und Oersted. Nachmittag Spaziergang.
31. Besuch von Henning, Unterredung über die Hegelschen Briefe etc. Nachmittag Spaziergang mit Mutter. Abends bei Eichmanns mit Perz und anderen.
/.../
»Weltschlau hatte Schelling dazu geschwiegen – zu dem Antlitze des fichteschen Absoluten«
.
»Durch Fichtes Abgang von Jena glücklich gemacht«
.
Neueste Censur-Verordnung vom 23. Februar 1843 »Schriften, welche vom Censor als Nachdrucke erkannt und Ankündigungen, in welchen Nachdrucke angezeigt werden dürfen nicht gedruckt werden.« (§1,1) – Hiernach hat der Censor zu erkennen ob eine Schrift Nachdruck ist.
Zielloses Treiben der jüngeren Generation – Sie sehen es ist für sie nichts mehr zu thun. Neid und Haß gegen die, welche es gethan haben. Sie würden gern jedes Ziel überfliegen – mit dem was die Wissenschaft leisten kann und zum Theil schon geleistet hat nicht zufrieden, daher eine neue Religion – neue Staatsvertretung.
August
1. Morgens den Aufsatz an Dr. Meyr. Nach Tisch Spaziergang (arger Regen).
2. Brief an Radowitz. Besuch von Dr. Meyr.
3. Morgens geschrieben an Bunsen; bei Eichmann. Nach Tisch vergeblicher Versuch mit der Eisenbahn nach Potsdam zu kommen. Besuch bei Twesten, Neander.
4. Großer Spaziergang mit Julie. Abends bei Hinschius. Besuch von Dr. Meyr (in Geldangelegenheiten).
5. Morgens bei Hitzig, der tags vorher bei mir war. Nachmittags mit Mutter spaziren. Abends Julie und Hermann.
6. Abends Besuche bei Strauß, Henning.
7. Morgens Vollmacht ertheilt und Briefe geschrieben an Eichmann, Bethmann. Nachmittags nach Potsdam.
8. Abends Julie und Hermann bei uns.
9. Vormittags Briefe geschrieben an Seine Königliche Hoheit den Kronprinz von Bayern
, Daxenberger, Karl, Hitzig. Abends eingepackt für die Reise nach Karlsbad.
10. Morgens sieben Uhr auf die Eisenbahn. Abgereist nach Leipzig in Gesellschaft von Baron Zoller aus Petersburg, von Köthen an Mendelssohn Banquier aus Berlin. Besuch bei Dr. Schellwitz. Abends mit Zoller nach Altenburg.
11. Früh nach Karlsbad (Aufenthalt in Wildenthal). Abends nach acht Uhr in Karlsbad. Erste Logis Wallfisch dritter Stock.
12. Bekanntschaft: Pyrker.
17. Das erste Bad genommen.
18. Zweites Bad: zu kalt. Mittags mit Pyrker, Eichmanns bei Bolza. Abends im Freundschafts-Saal.
19. Drittes Bad (zu warm). Brief von Julie vom 16. August. Mittags bei Graf von Kleist. Spaziergang über die Berge nach dem Freundschaftssaal.
20. Viertes Bad (gut). Mittags von Pyrker eingeladen. Abends mit diesem im Freundschaftssaal.
21. Mittags bei Graf von Kleist. Erste Nachricht von dem Brand des Opernhauses in Berlin.
22. Sechstes Bad. Mittags zu Hause. Ankunft und Besuch bei Neander. Abends nach dem Freundschaftssaal.
23. (Gute Erholung). Siebentes Bad. Abends mit Kleist, Pyrker etc. Brief aus Berlin. Nachricht von Radowitz. Besuch von Neander.
24. Abends mit Kleist gegen Dallwitz.
25. Gute Wirkung. Kein Bad. Besuch bei Eichmanns, Hinschius, Radowitz etc. Abends Besuch von Pyrker.
26. Morgens 10 bis 11 Uhr ein Bad (neuntes) – zu lang. Morgens Ankunft von Hermann.
27. Morgens 10 bis 11 Uhr. Bad (zehntes – kühl und kurz). Nachmittags wieder Dreikreuzberg mit Kleist. Abends noch einmal Kleist.
28. 10 bis 11 Uhr Bad (elftes) etwas wärmer und längerer. Mittags bei Kleists mit Pyrker und Müllers. Nachmittags Ankunft von Fürst Metternich. Abends wieder auf dem Dreikreuzberg.
29. Morgens nach dem Bad 8 €\frac{1}{2}€ Uhr bei Fürst Metternich. Bad (zwölftes). Abends im Freundschaftssaal.
30. Bad (dreizehntes, sehr kurz).
31. Bei Kleist mit Pyrker. Nachmittag kurzer Spaziergang (ersten Theil mit Kleist).
Eine allgemeine, eine katholische Kirche! Ja, das ist das Geforderte. Eine particulare Kirche ist keine Kirche. Aber die sogenannte Katholische kann diese nicht seyn, denn sie ist auch nur eine Particulare Kirche, nur der Idee nach die katholische. Die wahrhaft allgemeine Kirche zu vermitteln ist eben die Protestantische geworden, in ihr liegt sie als Zukunft.
/.../
Enfin, dans certains fragments dont la haute antiquité ne saurait être contestée, nous verrons, sans préjudice pour l’unité absolue, la pensée elle-même prise pour substance universelle, et le développement régulier de cette puissance mise à la place de la théorie assez grossière de l’émanation.
Was Gott aus der Welt machen wollte wißen wir nicht. Daher die eigentliche Geschichte der Natur nur verborgen. Da die Welt herausfiel aus Gott; so ist jetzt die einzig mögliche Naturphilosophie die negative –
September
1. Bad (fünfzehntes) Vormittags Besuch von Pyrker. Mittags Diner bei ihm. Freundschaftssaal. Abends Spaziergang mit Kleists.
2. Anfall und Schwäche. Abreise von Pyrker. Morgens ändert sich die Witterung und wird kühler.
3. Siebzehntes Bad. Kurz und kühl. Besuch bei Neander, der krank. Mittags bei Kleist mit Eichmann.
4. Kein Bad. Lectüre des Landtagsabschieds in Bayern. Brief von Hermann Eichhorn. Abends Spaziergang. Arger Wind und kühle Witterung.
5. Sehr kühl. Bad (achtzehntes). Nach Tisch Spaziergang auf der Wiese. Abends noch Besuch von Kleist.
6. Kein Bad, dafür längerer Spaziergang. Hermanns und Julies Ankunft von Prag. Mittags mit der ganzen Familie bei Kleists. Nachmittags Spaziergang nach der Egerbrücke.
7. Mittags bei Bolza en famille. Abends nach dem Freundschaftssaal.
8. Kein Bad. Brief an Dr. Schellwitz und Hinschius durch Hermann, der übermorgen in Berlin ist.
9. Julie und Hermann mit dem Eilwagen abgereist. Bad. Mittags bei Kleist mit Eichmann.
10. Bad (einundzwanzigstes). Mittags zu Hause. Nachmittags mit Kleists.
11. Mittags bei Kleist. Nachmittag kurzer Spaziergang (nach Freundschaftssaal mit Kleist).
12. Abreise von Carlsbad. Abschied von Kleist. Zu Mittag gegessen in Wildenthal. Abends in Zwickau.
13. Morgens früh die Kirche in Zwickau gesehen. Weiter nach Altenburg. Abends nach Leipzig. Aufgesucht Dr. Schellwitz, der ab 7 Uhr zu mir ins Wirtshaus kommt.
14. In Leipzig geblieben. Abends mit Schellwitz.
15. Um 11 Uhr mit der Eisenbahn nach Berlin. In Halle 1 eine einzige Person außer uns im Wagen. Abends Ankunft. Julie in unserem Hause. Abends noch gelesen, von Hitzig übersandt, Paulus Geschrei gegen die Beschlagnahme.
16. Morgens Spaziergang. Mittags bei Julie nach Tisch kurzer Spaziergang. Abends Besuch eines Augustinerchorherrn aus Bamberg.
17. Morgens zu Hause. An Hinschius geschrieben. Mittags Julie und Hermann bei uns. Noch vor Tisch kurzer Spaziergang. Abends dito nach dem Windmühlenberg.
18. Visite bei der Großfürstin Helena (auch den Gemahl gesehen). Bei Hitzig. Nachmittag Spaziergang mit Mama.
19. Kurzer Spaziergang. Nachmittag vor dem Cottbußer Thor.
20. Vormittags in der neuen Wohnung.
21. Brief an Cotta in Stuttgart mit dem Artikel für die Allgemeine Zeitung
(abgegangen). An Schellwitz. (Abends) Graf Arnim.
22. Morgens gelesen Scotus Eriugena. Besuch bei Julie. Kurzer Spaziergang. Nachmittags Spaziergang durch die Stadt. Abends in Gesellschaft bei Grimms.
23. Gestern waren Wolken, kühler Wind. Heute wieder Sonnenschein, fortdauernd schön. Brief an Cotta (nachträglich). Dr. Stort, Spaziergang mit Julie. Besuch von Kleist. Nachmittag Spaziergang. Abends Julie und Hermann bei uns.
24. Früh Besuch von Kleist. Mittags Julie und Hermann bei uns.
25. Ankunft eines Schreibens. Abends Ankunft von Eichhorns. Die Nacht Regen, noch lange schöne Witterung.
26. Marie untertags begegnet. Julie unwohl. Abends Besuch von Eichhorn.
27. Regen und Kälte. Bei sehr kühler Luft kurzer Spaziergang.
28. Brief
an Dorfmüller. Nach Tisch ärgster Regen.
29. Brief
an Dorfmüller abgegangen. Nachmittags Spaziergang. Vormittag, Nachmittag sehr rauhe, kalte Luft.
30. Brief an Schellwitz. Mittags Besuch bei Eichmann. Schlechter Schlaf.
Die Unwissenheit über Monotheismus und seine Unterscheidung vom Pantheismus hat auch die Folge, daß mit Unrecht ganze Lehren oder Systeme als Pantheismus ausgegeben werden, die wesentlich monotheistisch ist. So die Kabbala, zieht man das Schwärmerische und Verworrene davon ab, so ist ihr Grund doch gewiß Monotheismus.
»et de même que St. Jean Baptiste à l’approche du Christ, a préparé le chemin et a été le précurseur, ainsi que Jean l’Evangeliste prépare une route nouvelle et il est le précurseur du Christ pour cette seconde Venue que l’avenir nous garde. Voilà pourquoi« – – – »je veux qu’il reste jusqu’à ce que je vienne«
Oktober
1. Morgens dicitiert: Materialien zu einer Denunciationsschrift. Nachmittags bei Hitzig, der diese approbiert und mich von Hinschius endlich befreit. Abends zum Thee Malfatti.
2. Brief an Cotta. Antwort auf den zweiten oben erwähnten. Brief an Schellwitz mit sämmtlichen Actenstücken und den Materialien. Besuch von Malfatti. Nachmittags ein langer Spaziergang.
3. Umzugstag. Heute zwei Jahr, dass hier angekommen. Die Wohnung um 11 Uhr verlaßen, um nicht wieder zurückzukehren. Spaziergang bis 2 €\frac{1}{2}€ Uhr. Mittagessen im neuen Haus. Nachricht, daß Hitzigs Aufsatz in der Allgemeinen Zeitung
erschienen.
4. Erste nothdürftige Einrichtung. Artikel in der preußischen Allgemeinen Zeitung
über die Paulussche Copie. Abgefaßt eine Berichtigung zu dem einen Blatt vom achten September. Mittags Besuch bei Malfatti. Abends Brief von Radowitz aus Carlsruhe.
5. Morgens an Schellwitz geschrieben. Besuch bei Begas, mit dem Bild sehr wenig zufrieden. Bei Julie, die jetzt öfter kommt. Die hier schon gewesenen Bücher zum Theil aus den Kisten genommen.
6. Geschrieben an Cotta
, Dorfmüller (abgegangen)
. Hitzig Mittags Spaziergang. Besuch von Savigny (darüber Paulus als gemeinschaftlichen Gegner). Nach Tisch Spaziergang unter den Linden.
7. Gelesen, alte Zusendung vom Grafen von Reck. Mittags bei Malfatti. Brief von Paul. Kurzer Spaziergang vor Tisch. Nach Tisch mit Hermann im Thiergarten bis zum Hofjäger. Zu Hause 1) Brief von Schellwitz. 2) Schreiben von Hinschius erst beiliegendes Schreiben des Grafen von Arnim. Schnelle Übersendung an Hitzig nebst Schreiben. Gestörter Schlaf.
8. Morgens Verschiedenes gelesen und durchgesehen (Buch von Emil Braun). Besuch von Neander, Jacobi aus Gotha. Spaziergang im Thiergarten bis 2 Mittags. Abends bei Hitzig bis acht Uhr. Schlechter Schlaf.
9. Vormittags bei Eichmann. Malfatti, nachmittags im Regen €\frac{1}{2}€ Stunde spaziren. Abends gelesen.
10. Gelesen in der allgemeinen Preßzeitung II Jahrgang (1841) No. 93 Sp. 892, wo in dem Vortrag über das Nachdrucksgesetz von Schlaner bemerkt ist, »daß die abgegebenen Bundesstimmen den Worten: ›literarische Erzeugnisse‹ ausdrücklich den Sinn beilegten, daß sie auch Katheder- und Kanzelvorträge umfaßen.«
11. Morgens Schreiben von Friedrich von Savigny mit einem Gutachten des Professor Heydemann. Nachmittag zu Hause.
12. Besuch von Professor Huber. Schreiben an den Grafen von Arnim. Nachmittags nur wenig ausgegangen, bis zu Julie, aber noch immer unwohl.
13. Den ganzen Morgen zugebracht mit Abschrift des Schreibens an Graf von Arnim. Zu Mittag bei Neander.
14. Besuch bei von Savigny. Spaziergang im Thiergarten. Nachmittag die Denunciationsschrift an das Criminalgericht. An den Kronprinzen von Bayern
, an Seine Majestät den König (Geburtstages wegen) zum ersten Mal nachmittags nicht aus dem Hause gekommen.
15. Schreiben an Neander, Heydemann, Brief von Schellwitz. Kurzer Spaziergang. 1 bis 2 Uhr bei Graf von Arnim. Um 3 Uhr bei dem Eichhornischen Diner, bereut mit Halsschmerzen, nachdem ich die vergangene Nacht unruhig geschlafen und auf der linken Seite des Kopfes (zum Theil Ohren-) Schmerzen empfunden.
16. Halsentzündung.
17. Ebenso betrübte Zeit.
18. Gegen Mittag der Schmerz immer mehr vergangen.
19. Zu Hause. Brief an Schellwitz.
20. Morgens Besuch von Henning. Geschrieben an den Minister in München, an Hitzig. Gelesen »Mohammed der Prophet«. Schlecht geschlafen.
21. Vormittag Besuch von Rheinwald. Spaziergang von 1 bis 2 Uhr. Nachmittags zu Hause.
22. Bei schönem Wetter Spaziergang von 12 bis 2 Uhr. Brief von Schellwitz. Nachmittag nochmaliger Spaziergang.
23. Brief von Strombeck, Schellwitz. Besuch bei Strauß, Henning. Nachmittag Besuch bei Neander. Schreiben des Criminialinspektors, »er wolle den Beschluß so lange dauern laßen, bis über die Zuläßgikeit der Einleitung einer Untersuchung auf die gegen den Mittler angebrachte Denunciation entschieden sey«!!
24. Besuch bei Grimm.
27. Mittags Spaziergang von zwei Stunden. Abends Julie und Hermann bei uns.
28. Vormittags ausgepackt die erste Bücherkiste. Hernach bei Eichmann. Spaziergang mit Mutter.
29. Vormittags durch Hermann an Schellwitz geschrieben.
Er wird herrschen, bis er alle seine Feinde usw. Gut, ihr wollt seiner Herrschaft ein Ende machen. Werft euch unter seine Füße – darin allerdings ist noch eine Zukunft, aber ihre Bedingung ist, daß Christus herrsche.
/.../
Die katholischen Völker können nicht mehr herrschen, immer werden sie erwarten, daß der Pabst sich mit dem Könige zu ihrer Unterdrückung verbinde.
November
1. – 6. Fast ganz mit Ausräumen und Einpacken beschäftigt.
4. Früh kommt Dr. Stort an; ein Brief von Schellwitz, daß Beschlag in Sachsen.
5. München, mit Dr. Stort. Morgens kurzer Spaziergang.
6. Bei Julie.
8. Mittags Spaziergang. Abends die negative Entscheidung vom hiesigen Criminalgericht erhalten.
9. Praeparatio auf die Vorlesung in der Akademie. Nachmittag das eben erwähnte an Martius geschickt.
10. In gleichem Bezug an Savigny geschrieben. Kurzer Spaziergang. Die Witterung frischer. Nachmittag an Puchta und Schellwitz geschrieben, deßen Brief am 9. Abends meldet, es sey in Sachsen der provisorische Beschlag verhängt.
11. Geschrieben an Hitzig. Geschrieben um 1 €\frac{1}{2}€ Uhr Conferenz mit Martius. Nachmittag an Grafen Arnim geschrieben. Abends bei Eichhorn, wo auch Savigny, Ranke. Schlecht geschlafen.
12. Morgens an Cotta
. Kurzer Spaziergang vor Tisch mit Stort. Zu Tisch Thiersch, Dr. Meyr. Antwort von Puchta.
13. Geschrieben an von Savigny. Mittags großer Spaziergang.
14. Früh an Puchta geschrieben. Morgens Besuch von Hitzig, der einen neuen Vorschlag macht. Diesen gleich an Martins gemeldet. (Allgemeiner Anzeiger No. 288 vom 22. October: »Auch wenn ich für die von Schelling stammenden Druckbogen meines Werkes Honorar genommen hätte, weil ich Zeit und Fleiß und Geist (?) genug daran verwendet habe, um sie zu verarbeiten und unschädlicher zu machen, würde ich nur ›rechtmäßig‹ Erworbenes mir zugeeignet haben. Wer Unkraut ausjätet, darf wohl Lohn nehmen, wenn gleich das Lolium nicht auf seinem Acker gewachsen war.«
Für sein Jäten durfte er wohl Lohn nehmen, aber er hat sich das Unkraut bezahlen lassen. Für ihn war es kein Unkraut, sondern ein höchst nützliches Futterkraut.
15. Schreiben von und an Neander (Einladung zum 18). Schreiben von Schellwitz mit der abweisenden Erkenntniß des königlich Sächsischen Gerichts (1. Instanz). Vorbereitung zur ersten Vorlesung. Abends an dem Aufsatz für die Allgemeine Zeitung.
16. Früh den Aufsatz für die Allgemeine Zeitung expediert.
17. Geschrieben an Martius, an Hitzig, Puchta, Cotta
, Schellwitz, Eichhorn. Mittags Spaziergang mit Stort und bei Julie. Abends Besuch von Piper. Ausbruch des Ätna.
18. Morgens an Boißeré geschrieben, an Martins wegen der Zusammenkunft mit Hitzig. Kurzer Spaziergang. Rauhe Luft. Mittags bei Neander.
19. Abends Besuch von Strauß.
20. Schreiben
Seiner Königlichen Hoheit aus Hohenschwangau vom 16. erhalten.
21. Morgens Vorbereitung zur ersten Stunde. Spaziergang. Nachmittag Rheinwald. Abends noch gearbeitet für die morgige Vorlesung.
22. Vormittags für ebendieselbe. Vor Tisch Spaziergang. Abends Stunde gehalten über großem Tumult. Abends noch angefangen an den Kronprinzen zu schreiben.
23. Früh diesen Brief
abgeschickt. Vormittags gelesen. Mittags spaziren. Nicht bei Julie. Abends die erste Seite der nächsten Vorlesung geschrieben.
24. Vormittags an der Vorlesung gearbeitet. Mittags Spaziergang. Abends gelesen.
25. Bei Hitzig. Sehr schlechtes Wetter.
26. Mittags Hermann und Julie.
27. Den ganzen Vormittag geschrieben an der Vorlesung. Kurzer Spaziergang. Julie bei uns zu Tisch.
28. Vorbereitungen.
29. Gelesen. Abends Besuch von Puchta.
Dezember
1. Spaziergang. Gelesen. Abends Graf und Gräfin Kleist, Grimms, Eichhorns etc. bei uns. Martini aus München. Zwei Briefe an Martius, Schellwitz. Mittags Gräfin Kleist bei uns. Abends in Gesellschaft bei Eichhorns (Savigny, Eichmann).
3. Morgens Briefe an Savigny mit den Artikeln der Leipziger Zeitung. Besuch von Neander und seiner Schwester. Brief von Graf Arnim.
4. Das Lesen für heute abgesagt. Gestern gelesen. Mittags: bei Graf von Kleist.
5. Heft pp.
6. Ebendasselbe. Das Lesen abgesagt. Mittags doch spaziren, aber zum Nachtheil.
8. Mit großer Anstrengung gelesen. Abends endlich die Schrift an Seine Majestät von Martius erhalten und
9. sub dato abgeschickt. Deßgleichen an Graf von Arnim. Schnupfen, geschwollene Nase.
10. Fortdauern des Übels.
11. Abgesagt.
13. Die Vorlesung abgesagt. Brief an Seine Majestät den König abgeschickt.
15. Fortdauern des Übels, die Vorlesung abgesagt.
16. Abführung genommen, von Horn verschrieben. Wirkung mit großen Schmerzen. Vormittags Graf Kleist.
17. Eichhorn bei uns zu Abend. Die Vorlesung bis zum 3. Januar abgesagt.
18. und 19. Studiert. Immer noch Geschwulst der Nase.
20. Gelesen und heute kurzer Spaziergang. Abends Besuch bei der Prinzessin Eudoxie Galitzin. Brief an Hitzig und Savigny.
22. Besuch von Hitzig. Geschrieben an von Linde.
24. Bescherung. Frau und Fräulein Eichhorn. Heut früh war die Geschwulst an der Nase aufgebrochen.
25. Geschrieben an Brandis
, Pyrker. Immer zu Hause.
26. Abends bei Eichhorns.
27. und 28. An Cotta, Savigny, von Linde geschrieben. Immer zu Hause.
29. Zeit bis 30. Zugebracht mit Wiederlesen der alten Hefte.
30. Abends Eichhorn bei uns.
31. Abends zu Hause mit Mutter, Hermann bei Eichhorns. Schlecht geschlafen.
(Das Dumme: alles schlecht zu finden. Gar nichts andres zu beurtheilen, weil ihnen lang kein überlegener Geist gesungen, und selbst so gleichförmige Mittelmäßigkeit)