Schelling

Schelling Nachlass-Edition


Hochwohlgeborner Herr!
Hochzuehrender Herr Geheimerath!

Euer Hochwohlgeboren werden mir verzeihen, wenn ich so frei bin, mich wieder jetzt, wie früher, an Ihre Güte zu wenden. Unsere Universität schöpft jetzt wieder Hoffnung, zur Verbesserung ihres Zustandes; auch ich hoffe jetzt, nachdem ich hier 3 1/2 Jahre bin, eine bessere Stellung zu erhalten. Der hiesige Senat hat mich auch dringend zu einer außerordentlichen Profeßur mit entsprechendem Gehalte empfohlen, da ich schon seit längerer Zeit vergleichende Anatomie und Physiologie, so wie Theile der menschlichen Anatomie allein vortrage. Indeß sind bei uns immer besondere Empfehlungen nöthig; Euer Hochwohlgeboren haben sich meiner schon früher angenommen, so daß ich mich auch dießmal an Sie zu wenden wage und Sie um gelegentliche Empfehlung beim Minister und dem Referenten über unsere Universität gehorsamst bitte. Wir alle hier hoffen, daß Sie, hochverehrtester Herr Geheimerath, von Neuem zu den Studienangelegenheiten berufen, den bei uns so sehr darniederliegenden Universitäten durch Ihre gewichtige Stimme ein schöneres Gedeihen bringen möchten.

Ich verharre mit ausgezeichneter Hochachtung
Euer Hochwohlgeboren
gehorsamster

Dr Rudoph Wagner.