An
Herrn Prof. Neumann in Berlin
M˖[ünchen] den .
Euer Wohlgebohrn
Dancke ich verbindlichst für Ihre wissenschaftlichen Nachrichten vom , und bedaure, daß Cotta, der sich schon seit Längerer Zeit in Stuttgard befindet, Ihnen so lange Antwort schuldig geblieben; jetzt ist er dort mit den Landtagsverhandlungen so sehr beschäftigt, daß ich selbst auf meine Zuschriften schon seit Wochen keine Antwort erhalten habe.
Dieß wird übrigens der Herausgabe des chinesischen Philosophen, für die ich das Beßte meinerseits zu thun mich bemühen werde, keinen Eintrag thun. Ihre Verbindung mit der Akademie in Berlin und Ihre dortigen Aussichten freuen mich sehr; desto mehr aber muß ich bedauern, daß bey uns die für Sie wiederholt beantragte ReiseUnterstützung, und eben so auch die Verwendung einer Summe zum Ankauf einiger der wichtigsten Werke der chinesischen Literatur, beyde aus Mangel an Mitteln, kein Gehör gefunden haben. Die dießfallsige allerhöchste Entschließung ist erst in diesen Tagen erfolgt, und dieß ist auch die Ursache der Verspätung meines gegenwärtigen Schreibens. An Ihrer rastlosen wissenschaftlichen Thätigkeit nehme ich lebhaften Antheil, und freue mich im voraus auf die reiche Ausbeute, die wir derselben verdanken werden. Ich hoffe auch daß unsere literarische Verbindung in der Ferne nicht ganz unterbrochen werden soll; meine eifrigsten Wünsche begleiten Sie nach China und Indien. Sollte ich noch im Stande seyn, Ihnen hier oder wo immer während Ihrer Abwesenheit eine Gefälligkeit zu erzeigen, so verfügen Sie unbedenklich über mich und seyen Sie stets meiner aufrichtigen Hochachtung versichert.