Schelling

Schelling Nachlass-Edition


Hochwohlgeborner Herr Geheimrath!
Hochzuehrender Herr Vorstand und Generalkonservator!

Da in der Sitzung vom , – (was mir unbekannt war,) nebst der Eröffnungsrede Euerer Hochwohlgeboren und der – unabgekürzten Rede des Herrn Ministerialrathes von Fink, auch schon eine Gedächtniß- und Trauerrede, nämlich jene auf den verstorbenen Custos Docen vorkömmt, so würde mein Vortrag, (der doch nicht weniger als eine halbe Stunde dauern könnte,) die bemessene Zeit unvermeidlich überschreiten und die Geduld der Zuhörer ermüden. – Überdieß werden Ew. Hochwohlgeborn, nach Ihrer verehrlichen Äußerung, Westenrieders in Ihrer Eröffnungsrede, selbst gedenken, wodurch mein guter Wille, diesen ersten feyerlichen Tag der Akademie noch ohne Denkrede auf ihn vorübergehen zu lassen, überflüßig wird und ich selber somit einer andern Gelegenheit und einem andern Anlaß vorbehalte und sonach von meinem ergebensten Antrage, ganz zu präscindiren bitte.

Der Rückblick, was Westenrieder, auch außer Bayern, auf die historisch-archivalische Literatur seiner Nachbarlande, Österreich, Tyrol, Schwaben, Rheinfranken und Böhmen gewirkt und welche Impulse und Discussionen, oft eine kleine Schrift von ihm ins Leben gerufen? ist ein mir vorzugsweise geläufiger Gegenstand, der aber zum Ruhme des Verblichenen recht gut seinen Platz auch in einer hiesigen Zeitschrift finden kann.

Nach Ihrem gütigen Wink, werde ich die Ehre haben, heute Nachmittags um vier Uhr, bei Ihnen zu erscheinen und den Ausdruck jener ungemeinen Verehrung und Ergebenheit zu erneuern, womit ich niemals aufhören werde, zu seyn:
Euerer Hochwohlgeborn!
gehorsamster Diener

Hormayr.