Friderico.
Lieber Fritz,
Nach den Umständen, die Dir Herr Ephorus aus meinem Briefe mittheilen wird, magst Du selbst einsehen, daß wir den Gedanken einer Reise nach Blaubeyren aufgeben mußten. Die Ursachen liegen nicht in uns, sondern in den Verhältnissen des lieben Onkels, der im gegenwärtigen
Deine Entschuldigungen, daß Du den Herrn Ephorus wegen Deines Übels am Backen nicht benachrichtigst, sind völlig nichtssagend. Du kannst nun um so mehr die Pfingsttage benutzen, den Onkel selbst deßhalb zu fragen, doch will ich daß Du nicht länger als Einen Tag in St˖[uttgart] bleibest und etwa (wenn die Kinder krank geworden) bey der Tante Beate, nicht bey’m Onkel, logirst. Auf jeden Fall erkundige Dich erst bey jener, wie es bey dem Onkel steht.
Es thut mir recht leid, Dich nun diese Pfingsten nicht zu sehen, indeß suche Deinen Trost im fleißigen Lesen der besten Bücher; vor allem aber suche Deine Eltern wegen des so unklug vernachläßigten Übels zu beruhigen.
Lebe wohl
Dein
tr˖[euer] V˖[ater]
N.S.
Es gewährt Dir vielleicht wenig Vergnügen, auf die oben vorgeschlagne Art nach Stuttgardt zu gehen. Statt dessen mache ich Dir aber zur Pflicht, an den Onkel deßhalb zu schreiben, ihm Ursprung (der mir völlig dunkel ist) und Verlauf des Übels klar, aufrichtig und soweit nöthig umständlich zu schreiben und seinen gütigen Rath, wenn auch nur mit 2 Worten zu erbitten. Ich habe es so auch an Herrn Ephorus geschrieben. – Gott sey mit Dir.