An Frau
ObermedicinalRäthin
Schelling, geb.
v. Vellnagel
in
durch Güte.
Theuerste Frau Schwägerin!
Indem ich meinen Brief an Karl schon geschlossen habe, fällt mir noch eine Hauptsache ein, die ich mir die Freyheit nehme, an Sie zu schreiben, da sie zum Theil in Ihr Departement gehört.
Ich bitte Sie also Karl’n zu sagen: ich hoffe zwar, daß die berühmten Kaloschen, nach den auf dem Hohen Peißenberg glücklich bestandnen Gefahren, glücklich in Stuttgart angekommen sey’n; dagegen habe er in einem Wandschrank in Wessobrunn 1 Paar Socken und 2 Schnupftücher zurückgelassen, welche die Frau Verwalterin erst bey Gelegenheit meiner Abreise von dort entdeckt und mir mitgegeben habe. Es wurde vergessen, diese Effecten durch eine frühere Gelegenheit nach Stuttgardt zu überschicken; wir werden sie also behalten, bis eine solche sich findet.
Ich empfehl mich Ihnen mit Frau und allen Kindern nochmals auf beste, und wünsche, daß Sie nebst Karl und allen lieben Kindern nicht nur das , sondern das ganze Neue Jahr gesund, froh und glücklich durchleben, und so gütig und freundlich wie bisher immer unser gedenken
Ihr
geh˖[orsamster] Schwager
Fr. Sch.