An Herrn Pfarrer Dr. Pfister
in Untertürkheim.
München den .
Theuerster Freund!
Verzeihe daß ich Deinen werthen Brief vom so lange unbeantwortet gelassen; der Drang meiner Geschäfte hat es eben nicht eher erlauben wollen. Ich danke Dir herzlich für Deine fortgesetzten Bemühungen in Bezug auf das Bildniß Johann Reuchlins. Die Hinweisung auf den Reformations Almanach hat mich noch auf ein zweytes, der Universität Gießen gehöriges Bild geführt; aber auch das Frankfurter scheint in Hinsicht der dem historisch bekannten Charakter des Mannes so sehr entsprechenden Züge wirklich gleichzeitig verfertigt und ächt zu sein.
Empfange auch eben so für den übersendeten zweyten Band Deiner Geschichte der Deutschen sowohl meinen Dank als auch den der Akademie, welcher ich das für sie bestimmte Exemplar in allgemeiner Sitzung vorzulegen nicht ermangelt habe. Dabey erlaube ich mir jedoch die Bemerkung, daß ich von dem ersten von Dir übersendeten Band weder in den Acten noch auf der Bibliothek, welche ihn gekauft zu haben versichert, eine Spur finden konnte; ich bitte Dich also, mir gelegenheitlich Nachricht zu geben, wann, und an wen Du denselben allenfalls eingeschickt hast; wahrscheinlich, da ich mich der Einsendung, wie dieß ganz gewiß der Fall sein würde, nicht erinnere, ist es vor meiner Amtsführung geschehen.
Was die von Dir verlangten akademischen Werke betrifft, nämlich die Denkschriften von 1813–1824 und die Monumenta Boica vom 22ten Band an, so sind sie an den von Dir bezeichneten Kaufmann in Stuttgard eben heute abgeschickt worden. Es befindet sich hierbey auch die unlängst erschienene 1te Abtheilung des 28ten Bandes der Mon˖[umenta] Boica, mit dem eigentlich eine neue Series dieses Werkes beginnt, und der für Dich, wenn er so Wichtiges enthält, als man rühmt, gewiß von besonderem Interesse seyn wird.
Erhalte mir ferner Dein wohlwollendes Andenken, gleichwie auch ich in unverbrüchlicher Freundschaft verbleibe