Hochwohlgebohrner
Hochverehrter Herr
Billig sollte ich damit anfangen unsere Akademie zu rechtfertigen oder wenigstens zu entschuldigen daß Sie erst nachdem schon so lange die philosophische Welt Ihres Ruhmes voll ist diesen Beweis ihrer Anerkennung erhalten. Allein da dieses mit in den neueren Verhältnissen der Akademie und namentlich der jezt mit der historisch philologischen zusammenfallenden philosophischen Klasse gegründet ist, und es wenig erfreulich für Sie sein könnte mit Erzählungen hievon belästigt zu werden: so will ich lieber nur gestehen daß der andere Grund dieser scheinbaren Vernachläßigung der ist, daß die meisten unter uns zu wenig ächte Akademiker sind um auf solche Ernennungen einen Werth zu legen. Unsere auswärtigen Mitglieder werden freilich, sobald sie hier ihren Aufenthalt nehmen, sogleich aller Rechte der hiesigen wirklichen Mitglieder theilhaftig, und für diesen Fall hat also eine solche Wahl eine bestimmtere Bedeutung: glükklicherweise für Sie – denn wer verändert in unsern Jahren noch recht gern seine Lage? – ist es w
Zugleich mit diesem Diplom würde ich Ihnen im Namen der Akademie auch unsere Statuten zu überreichen gehabt haben, wenn diese nicht grade in einer Umarbeitung begriffen wären die noch unserm Herrn Minister vorliegt um dem Könige Vortrag darüber zu machen. Aber darüber muß ich mich allerdings noch entschuldigen, daß Sie Ihre Ernennung eher aus den Zeitungen erfahren haben als durch mich Das liegt aber an einem ordnungswidrigen Verfahren der Kanzlei unsers Ministeriums, welches die Anzeige eher an die Staatszeitung gesendet hat als das Benachrichtigungsschreiben des Herrn Ministers an die Akademie expedirt war, so daß auch diese selbst die königliche Bestätigung weit eher durch die Zeitung erfahren hat als auf dem officiellen Wege.
Mögen Sie den Wissenschaften noch recht lange erhalten werden, und uns recht bald mit den lange zurückgehaltenen Früchten