Sr. Hochwohlgebohren
Dem Herrn von Schelling
in Muenchen
a
Monaco
in Baviera
Rom den
Wie überraschend angenehm mir Dein Schreiben nach einer so langen Unterbrechung war, kannst Du Dir kaum denken. Vieles hätte ich Dir theuerster Freund zu sagen, denn unendlich vieles ligt mir von so vielen Jahren gar auf dem Herzen. Allein dazu ist in diesem Augenblick keine Zeit, darum behalte ich mir vor dieses bey einer andern Gelegenheit zu thun, wenn ich etwas mehr Ruhe und Muse haben werde. Denn gegenwärtig, obschon Seine M˖[ajestät] der König schon vor einigen Tagen (den ) von hier abgereist sind, und bereits der gröste Drang von Geschäften vorüber ist, habe ich denoch eine ganze Last von Aufträgen auf den Hals, welche nicht zulassen, Dir mit der erfoderlichen Gemüths Ruhe zu schreiben. Darum gleich zur Hauptsache. Du ersuchtest mich nemlich, hier in Rom mich zu erkundigen ob Deine Rede, die Du druken ließt, und Seiner M˖[ajestät] dem König überschikt hast, richtig angekommen, und wie dieselbe von AllerHöchstDenselben aufgenohmen worden sey. – Ich erkundigte mich deßwegen bey Grafen Carl von Seinsheim; Allein dieser äuserte, daß ihm nichts darüber bekannt sey. Er wisse zwar, daß ohnlängst ein groses Paket durch die Post angekommen. Was es aber enthalten, wisse er nicht. Ich versuchte es daher auch bey Herrn Cabinetsekretair
Verbleibe indessen in Freundschaft und Liebe gewogen Deinem
Dir
treu ergebenen Freund
Joh. Martin Wagner