Schelling

Schelling Nachlass-Edition


Hochv˖[erehrter] Herr geh˖[eimer] Rath.

Ew. Hochwohlgeb˖[oren] bin ich für die gütige Uebersendung Ihrer Abh[an]dl[un]g und nochmehr für die in Ihrem gütigen Schreiben schm[ei]chelhafte Aüsserungen sehr verbunden. Ich habe Ihren Wunsche gemäß davon eine Anzeige in unsren Blättern gegeben, wovon ich hier einen Abdruk beylege. Da die Samothrac˖[ische] ### selbst, bey dem fast g[ä]nzlichem Mangel von Datis, so äusserst dunkel ist, daß ich für mich darüber k[ein]e bestimmte M[ey]nung habe, so habe ich mich auf eine Darlegung Ihrer gelehrten Ansch[au]ung beschränkt, und nur ein Paar Bedenk[lich]keiten geäussert. Denn es ist ein schlechtes Verdienst gegen die Erklärung dunkler Gegenstände Beweise gegen gegebne Erklärungen machen als selbst erklären die Stelle setzen können. Von Ew. Wohlgeb˖[oren] versprochnen Untersuchungen über das Ursystem erwarte ich viel. Nur – verzeihen Sie mir ###...### dieser Weissagungen würde ich wünschen daß Sie nicht zu viel von den Hebräern ableiteten, die, so ehrwürdig sie als Volk sind, doch ihrer Lage und Verf[assung] nach keineswegs im Stande waren viel auf andre Völker zu würken.

Mit den Hochacht[un]gsvollsten Gesinnungen habe ich die Ehre zu beharren