Euer Wohlgeboren
mache ich meinen Glückwunsch zu Ihrer Rückkunft aus dem fernen Orient und zu dem Reichthum literarischer Schätze, die Sie als Früchte dieser Reise nach Europa mitgebracht haben, und von denen die gelehrte Welt wichtige Aufschlüsse über die Geschichte und Literatur jener Länder sich versprechen darf. Ihren Wunsch, unabhängig zu bleiben, um ganz den schriftstellerischen Arbeiten leben zu können, kann ich bey Ihren gesammelten reichlichen Materialien und Kenntnissen nicht anders als sehr natürlich finden, und was die Wahl Ihres künftigen Wohnsitzes in München betrifft, so glaube ich nach den mir bekannten früheren Verhältnissen annehmen zu dürfen, daß Sie wenigstens durch die Besorgniß einer Anstellung an einem Gymnasium sich davon in keinem Fall abhalten zu lassen Ursache haben. – Für das mir anvertraute Manuscript Ihrer Uebersetzung des Philosophen Tschu hi habe ich vergeblich einen Verleger gesucht; dasselbe liegt daher noch bey mir, versiegelt, wie ich es von Ihnen erhalten habe, und ich ersuche Sie deßhalb, solches durch einen hiesigen Freund, allenfalls Herrn Prof. Schmeller, von mir wieder ablangen zu lassen. – Die von Ihnen an die Akademie gesendeten Werke: Vahram’s Chronicle of the Armenian Kingdom in Cilicia; the Catechism of the Shamans, und History of the Pirats who infested the China Sea p, hat dieselbe durch Herrn Prof. Schmeller richtig erhalten; eine weitere Büchersendung, der nach Ihrer Angabe ein Schreiben an die Akademie beygelegen hätte, ist inzwischen nicht eingekommen.
Sollte ich außerdem Ihnen hier in irgend einer Beziehung nützlich oder gefällig seyn können, so bitte ich Sie, von meiner Bereitwilligkeit ebenso wie von der vorzüglichen Hochachtung überzeugt zu seyn, mit der ich die Ehre habe zu seyn
Euer Wohlgeboren
ergebenster
Schelling.
München den .