Antwort d˖[e] d˖[ato]
Ich bedaure recht sehr, werthester Freund, daß die Umstände nicht erlaubt haben, uns über Ihre Sache noch einmal genauer zu besprechen. Denn auf die Art wie Sie in Ihrer Sache es nun wünschen, kann ich nach meiner klaren Überzeugung nicht eingreifen, und hoffe, wenn Sie mir einiges Gehör schenken wollen, Ihnen s˖[elbst] dieß einleuchtend zu machen. Das Schreiben ist seiner Form nach ein vertrauliches kein amtliches; der Gebrauch, den ich von denselben und zwar wie Sie wünschen unm˖[ittelbar] bey dem K˖[önig] oder dem Cabinett machen sollte, wäre daher auch nicht ein amtlicher, sondern ein solcher, wozu ich mich bloß persönlich bewogen fühlte. Ich habe aber gegen jedes persönliche Interveniren (um diesen diplom˖[atischen] Ausdr˖[uck] zu brauchen) ein für alle Mal die größte Abneigung. Meine amtliche wie persönliche Stellung erfordert, innerhalb der Schranken des Amts zwar alles nach meiner Überz˖[eugung] zu thun, aber über dies˖[elbe] nicht hinauszugehen. Bleibt meine amtliche Stimme ohne Wirkung, so muß ich schweigen, entstehe daraus was da wolle. Bey der Stimmung, die ich ganz nach Ihren eignen Äußerungen s˖[elbst] vorauszusetzen habe, kann ich als Ihr persönlicher Anwalt mir eher frühern Mittheilung
« sprechen, durch die Sie gewiß gegen des Monarchen Absicht getäuscht worden und die sich nur auf Mittheilungen des Ministers beziehen kann.
Erkennen Sie in meinen Äußerungen die Offenh˖[eit] und Geradheit, mit der ich gegen Sie stets gehandelt habe; zu allem, was möglich und darinn ich Zusammenhang sehe, stehe ich Ihnen stets und immer von ganzem Herzen bereit.
Wie immer
G[an]z der Ihrige