Allerdurchlauchtigster,
Großmächtigster König,
Allergnädigster König und Herr!
Tief gerührt von der huldvollen Weise, mit der Eure Königliche Majestät auf meine allerunterthänigste Bitte, die Wohnung im Damenstift betreffend, zu beschließen geruht haben, kann ich jedoch aus dem Vordersatz der mir mitgetheilten Entschließung:
»die fragliche Wohnung sey auf eine dieser dürftigen Stiftung vortheilhafte Weise zu verpachten, nicht zu Gunsten zu verleihen
«
nichts andres vermuthen, als daß meine Bitte Allerhöchstdenenselben so vorgestellt worden, als begehrte ich, jene Wohnung umsonst zu erhalten, da ich doch bloß unter der ausdrücklichen Voraussetzung um sie bat,
»daß sie wie bisher miethweise vergeben werde
«,
und während ich übrigens bereit war, dieselbe Miethe wie jeder andre zu bezahlen, und, wegen meiner besondern Verhältnisse, selbst bey erhöhtem Preis die Verleihung derselben als hohe Gunst und Gnade verehrt hätte.
Eure Königliche Majestät haben mir bey meiner Hieherversetzung Huldvoll gegeben, was ich brauche, etwas darüber zu verlangen wäre Unbescheidenheit und Undankbarkeit. Beydes liegt nicht in meiner Natur.
Daß ich die Wohnung nicht erhalten, kann ich verschmerzen, aber in den Augen eines so gütigen Königs als ein Ungenügsamer und Undankbarer zu erscheinen kann ich nicht ertragen.
In allertiefster Ehrfurcht ersterbend
Eurer Königlichen Majestät
allerunterthänigst treu gehorsamster
Schelling
München den .