Schelling

Schelling Nachlass-Edition


Hochverehrter Herr und Lehrer,

Ew. Hochwohlgeboren habe ich bishin Bedenken getragen, mit fortwährender Zusendung meiner Schriften beschwerlich zu fallen, da ich wohl fühlte, daß das Bewußtsein des redlichen Strebens als solches noch kein Recht giebt, die Aufmerksamkeit eines solchen Mannes auf sich ziehen zu wollen. Bei gegenwärtiger kleiner glaube ich mir eine Ausnahme erlauben zu dürfen. Sie enthält in gedrängter Kürze die Darlegung des Standpunctes, den ich in der Mitte der gegenwärtigen philosophischen Bestrebungen einzunehmen den Beruf fühle. Ich kann den Wunsch nicht unterdrücken, daß dieselbe einige Beachtung auch bei Denen finden möchte, die als Leitsterne an der Spitze dieser Bestrebungen stehen, und wage deshalb die ehrfurchtsvolle Bitte um eine, wenn auch flüchtige, Durchlesung meiner Schrift.

Mit der innigsten unwandelbarsten Verehrung und Dankbarkeit verbleibe ich
Ew. Hochwohlgeboren
ergebenster

C.H. Weiße.