Schelling

Schelling Nachlass-Edition


Von Baden zurük gekehrt, säume ich nicht, Ihnen mein innig verehrter Freund, meinen herzlichsten Dank für Ihre so schnelle als freundliche Antwort zu sagen. Ihre Theilnahme an meinem Ergehen rührt mich wahrhaft als einen Beweiß Ihrer, mir unendlich werthen Freundschaft.

Ich werde im Laufe des nächsten die Freude haben, Sie in München zu besuchen und hoffe dann über Manches mündlich mit Ihnen sprechen zu können; auch über das Nähere in Beziehung auf die Herausgabe der Hauptwerke der berühmten Philosophen, hoffe ich dieß zu thun und begnüge mich daher, Ihnen vorläuffig für Ihre freundliche Zusage und Theilnahme an diesem Unternehmen zu danken; – Ich bin völlig beruhigt und befriedigt, wenn Sie dieselbe dahin ausdehnen, wie Ihr Brief ausdrükt und bin dadurch auch eines schönen Gedeihens im Voraus versichert.

Auf den Plan des Herrn Dr. Reich – oder vielmehr den Ihrigen – bin ich gar nicht abgeneigt einzugehen. Ich denke wir werden auch hierüber durch mündliche Unterredung bald ins Reine kommen, da das Unternehmen nicht so große Eile hat um es nicht bis zu meiner Hinüberkunft anstehen laßen zu können.

Meine Gesundheit hat sich zwar, durch die Badecur, in etwas wieder hergestellt, aber ich bin noch lange nicht wieder so gesund, wie ich noch vor einem Jahre gewesen. Der Berliner Auffenthalt und während und nach demselben erlebte Gemüthsbewegungen und physische Anstrengungen werden noch einige Zeit ihre bösen Folgen spüren laßen.

Möge Ihre Theure Gesundheit desto fester stehen und unsere herzlichen Wünsche für das Wohl eines seltenen Mannes und deßen Angehörige recht vollständige Erhörung finden.

Mit wahrer Verehrung und Anhänglichkeit
Ihr

Cotta

So eben lese ich in dem Bericht über den der Akademie, daß deren Jahrbücher nächstens erscheinen werden: ich bitte, wenn vom Druk die Rede ist, doch zu bemerken, daß mir die akademischen Druksachen zugesagt sind.