Schelling

Schelling Nachlass-Edition


Hochgebohrner Graf,
Hochverehrter Herr und Freund!

Ich nehme mir die Freyheit an Sie zu schreiben und Sie zu bitten, das heute nebst Schreiben von Seiten der Akademie der Wissenschaften an Seine Königliche Hoheit den Kronprinzen abgehende Diplom desselben als am erwählten EhrenMitgliedes bey Seiner Königlichen Hoheit zu einer gnädigen Aufnahme gefälligst zu unterstützen. Eine Reihe glücklich gefügter Zufälle hat es der Akademie verstattet, diesen für Bayern so höchst merkwürdigen Tag des dießjährigen 28. Novembers mit einiger Feyerlichkeit zu begehen, und bey dieser Gelegenheit ihre Anhänglichkeit an das Königliche Haus, und ihre besondere Liebe und Verehrung für den künftigen Erben des vaterländischen Thrones an den Tag zu legen. Unter den beygelegten Gegenständen befindet sich außer dem für Seine Königliche Hoheit bestimmten noch eine Anzahl anderer Exemplare des durch klassische Sprache wie durch klassische Gesinnung gleich ausgezeichneten Gedichts des Präsidenten von Roth. Seine Königliche Hoheit werden es gewiß nicht ungern sehen, wenn ein Theil der Exemplare dieses Gedichts an die ausgezeichnetsten Männer vertheilt wird.

Erhalten Sie mir, theuerster Graf, Ihr mir so höchst schätzbares Wohlwollen, und seyen Sie hinwiederum der reinsten Hochachtung und der vollkommensten Ergebenheit versichert, mit der ich verharre
Ihr
ganz gehorsamer Diener

Schelling.