Zum
Staatsministerium des I˖[nnern]
den Akademiker und Conservator Hofr˖[ath] Dr. Thiersch betr˖[effend]
M˖[ünchen] den .
Allerdurchlauchtigster
So eben erhält der ehrfurchtsvollest Unterzeichnete das anliegende an ihn gerichtete Schreiben des Hofr˖[aths] und Akad˖[emikers] Dr. Thiersch, welches, als sich beziehend auf den Gegenstand des allerunterthänigsten Berichts vom er nicht ermangelt E˖[urer] K˖[öniglichen] M˖[ajestät] ungesäumt allerunterthänigst vorzulegen.
Das Schreiben des Hofr˖[aths] Thiersch enthält: 1) eine Erklärung des Inhalts:
»daß, da nach den ihm zugekommenen Mittheilungen
(auf welchem Wege, ist nicht ausgedrückt) Seine K˖[önigliche] M˖[ajestät] in Bezug auf seine Verhältnisse und sein künftiges Verbleiben in Allerhöchstdero Diensten sich mit früherer Huld zu erklären geruht haben, er keinen Anstand genommen, den Ruf nach Dresden auszuschlagen und darüber heute dorthin die nöthigen Mittheilungen zu machen, indem er, was die Gewährung seiner Wünsche belange, sich ganz dem Vertrauen gegen Seine M˖[ajestät] den König hingebe, welches ihn schon früher gegen den Monarchen beseelt habe.
Mit dieser Erklärung verbindet derselbe 2) das Ansinnen an den ehrfurchtsvollest Unterzeichneten, den früheren Antrag, in welchem er seine (des Hofr˖[aths] Thiersch) Wünsche (eigentlich bloß den Wunsch einer Zulage von 600 fl) zur allergnädigsten Genehmigung empfohlen habe, nunmehr zu wiederholen und durch Hinweisung auf die Bereitwilligkeit und das Vertrauen, mit welchem er einen eben so vortheilhaften als ehrenvollen Ruf ins Ausland ausgeschlagen habe, zu unterstützen.
Indem der ehrfurchtsvollest Unterzeichnete nicht zweifelt, daß E˖[ure] K˖[önigliche] M˖[ajestät] die Erklärung des Hofr˖[aths] Thiersch huldvoll aufzunehmen geruhen werden, sieht er in dieser Wendung, welche derselbe seinen Wunsch gegeben hat, nur eine um so größere Aufforderung, denselben E˖[urer] K˖[öniglichen] M˖[ajestät] zur allergnädigsten Gewährung neuerdings zu empfehlen, so wie einen größeren Grund zur Hoffnung einer huldvollen Genehmigung desselben, und gleichwie er schon, gelegenheitlich einer früheren Anregung von Seiten des Hofr˖[aths] Thiersch als billig begutachtet hat, daß demselben als Conservator des Antiquariums der Gehalt seines Vorgängers zu Theil werden möge, so muß der gehorsamst Unterzeichnete, wie sehr er auch immer im Interesse der K˖[öniglichen] Hof- und Staats-Bibliothek wünschen muß, daß E˖[ure] K˖[önigliche] M˖[ajestät] die bey derselben erledigte Stelle eines Scriptors zu besetzen allergnädigst geruhen wollen, dennoch diesen Gehalt für jetzt in so fern als disponibel und zu einer Entschädigung für Hofr˖[ath] Thiersch verwendbar ansehen, als E˖[ure] K˖[önigliche] M˖[ajestät] jene Stelle nicht besetzen zu wollen neuerdings wiederholt erklärt haben, und im Fall, daß Allerhöchstdieselben auf wiederholte Vorstellungen der K˖[öniglichen] Hof- und StaatsBibliothek anders zu beschließen allergnädigst geruhen sollten, dem Fond der Akademie und des General-Conservatoriums voraussichtlicherweise, jedenfalls bis zum Anfang des nächsten Etatsjahres, so viel zu gut gehen wird, als zum Ersatz jener 500 fl erforderlich seyn würde.
In allertiefester Ehrfurcht.