Weimar den .
Ich glaube der beste Dank den ich Ihnen darbringen kann, wird Ihnen in dem Gefühl liegen, das Ihre Worte es waren die zuerst mein Gemüth wohlthuend berührten. Wie selten ist es Jemand gegeben dem wirklich kummervollen einen Moment der Aufrichtung zu gewähren, wie schwer eine wohlthuende Empfindung hervorzurufen, wo eine schmerzliche Erschütterung noch verletzbarer macht. Ich war nach der Beerdigung meines Schwiegervaters zu meinen Freunden Frommanns nach Jena gegangen, und da hörte ich Ihre Worte zuerst. Kurz darauf waren Sie so freundlich sie mir zu senden, und zu dem Gefühl der Bewunderung gesellte sich nun auch noch das der Dankbarkeit, bei dem Welt-Verlust, doch noch der armen Verlaßnen gedacht zu haben. Daß ich diese Worte nicht früher aussprach, mögen Sie mir vergeben; – es giebt Schmerzen die im Innern ewig bleiben, und so muß es dann auch die Erinnerung Ihrer Güte für mich sein, die eng damit verkettet ist.
Mit der größten Verehrung
Ihre Ergebenste
Ottilie von Goethe
gebor[ene] von Pogwisch.