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Schelling – Edition und Archiv

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In Arbeit und in Diskussion

Zurzeit wird in der Münchner Forschungsstelle an der Edition folgender Schriften Schellings gearbeitet:

  • »Vorlesungen über die Methode des academischen Studium«, »Philosophie und Religion«
    (erscheinen in Band I 14). Bearbeiter: Patrick Leistner.
  • »Aphorismen zur Einleitung in die Naturphilosophie«, »Vorläufige Bezeichnung eines Standpunktes der Medicin nach Grundsätzen der Naturphilosophie«, »Aphorismen über die Naturphilosophie« und Texte anderer Autoren in den Jahrbüchern der Medicin als Wissenschaft (erscheinen in Band I 15). Bearbeiter: Ives Radrizzani.
  • »Darlegung des wahren Verhältnisses der Naturphilosophie zur verbesserten Fichte'schen Lehre«, »Über das Verhältnis des Realen und Idealen in der Natur«, »Über das Verhältnis der bildenden Künste zu der Natur« und kleinere Schriften
    (erscheinen in Band I 16). Bearbeiter: Vicki Müller-Lüneschloß und Ives Radrizzani.
  • »Philosophische Untersuchungen über das Wesen der menschlichen Freiheit«, »Schelling‘s Denkmal der Schrift von den göttlichen Dingen« und andere Schriften
    (erscheinen in Band I 17). Bearbeiter: Christoph Binkelmann, Thomas Buchheim, Christian Danz, Thomas Frisch, Michael Hackl und Vicki Müller-Lüneschloß.
  • »System der gesammten Philosophie« und weitere Schriften (1804–1807)
    (erscheinen in Band II 7). Bearbeiter: Christoph Binkelmann und Daniel Unger

In Kooperation mit der Universität Freiburg werden ferner Schellings ›Erlanger Vorträge‹ von 1821 (erscheinen in Band II 10) ediert. Die im Nachlass erhaltenen Jugendschriften der Zeit von1788 bis 1794 (erscheinen in Band II 1–5) werden in Kooperation mit der Universität Wien unter Leitung von Christian Danz herausgegeben.

Veranstaltungen

Vom 8.-12. Mai 2017 findet an dem Inter University Centre Dubrovnik (Kroatien) wieder ein Sommerkurs zur "Klassischen Deutschen Philosophie" statt, dieses Mal mit dem Thema "Schellings Philosophie der Mythologie: Die historisch-kritische Einleitung." Der Kurs wendet sich an fortgeschrittene Studenten, Doktoranden und Postdocs, ein Call for Papers findet sich hier. - Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, wird um eine frühzeitige Anmeldung gebeten, spätetestens aber bis zum 31. Oktober 2016.

Am 12.6.2017 findet an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, in Verbindung mit der Internationalen Schelling-Gesellschaft e. V., der diesjährige Schelling-Tag zum Thema "'der innerste Mittelpunkt der Philosophie.' Luthers De servo arbitrio und Schellings Über das Wesen der menschlichen Freyheit" statt, das Programm findet sich hier.

Am 7. und. 8. September 2017 (Beginn: 14.30 Uhr, Ende: 15.00 Uhr) findet an der Cusanus-Hochschule in Bernkastel-Kues ein Kolloquium zum Thema "Über den Zusammenhang der Natur mit der Geisterwelt. Konzeptionen und Rezeptionen um 1810: Schelling, Baader, Troxler, Lavater" statt. Die Organisation übernimmt, in Kooperation mit der Internationalen Schelling-Gesellschaft, Harald Schwaetzer (Cusanus Hochschule Bernkastel-Kues) in Verbindung mit Andres Quero-Sanchez (Max-Weber-Kolleg Erfurt) und Vicki Müller-Lüneschloß (Schelling-Projekt der BAdW München).

Im Rahmen des Programms zur "Deutsch-Italienischen Zusammenarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften 2017" findet vom 16.-18. Oktober 2017 ein Diskussions- und Lektürekurs zum Thema "Die Natur als Fundament des Geistes: Überlegungen zu den physischen Grundlagen von Staat, Religion, Moral und Kunst in Schellings 'Würzburger System' (1804)" statt.

Aktuelle Veröffentlichungen von Mitarbeitern

F. W. J. Schelling: System der gesammten Philosophie
Herausgegeben von Christoph Binkelmann, Andrea Dezi und Vicki Müller-Lüneschloß  London 2017. ISBN: 978-0-9933471-1-5 
Zwischen 1801 und 1806 hielt Schelling zunächst an der Universität in Jena, später in Würzburg Vorlesungen über sein philosophisches System. Publiziert wurde das daraus hervorgehende Vorlesungsmanuskript erst 1860 nach dem Tode Schellings in den »Sämmtlichen Werken« (Bd. 6). Das Würzburger System ist die einzige erhaltene umfassende Darstellung von Schellings Identitätsphilosophie. Schelling schildert darin ausführlich den Zusammenhang von Natur und Geist, von Natur- und Idealphilosophie. 
Die hier präsentierte Originalversion des Textes aus den »Sämmtlichen Werken« ist Teil einer italienisch-deutschen Ausgabe. Die italienische Version ist in neuer Übersetzung von Andrea Dezi im selben Jahr erschienen.

Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph: Stuttgarter Privatvorlesungen
Herausgegeben von Müller-Lüneschloss, Vicki
Philosophische Bibliothek 687. 2016
ISBN: 978-3-7873-2871-0
Im Jahre 1810 hielt F. W. J. Schelling in Stuttgart vor einem kleinen Kreis hoher Staatsbeamter private Vorlesungen. Juristen, Ärzte und Literaten versammelten sich hier zum ›philosophischen Gespräch‹, um die Prinzipien des Schelling'schen Systems kennenzulernen und zu diskutieren. War Schelling Pantheist? Oder: Ließ sich die stufenweise Entfaltung der Natur mit dem Gang menschlicher Entwicklung in Pestalozzis Erziehungslehre zusammenbringen? Und: Wie stand es mit der Religion? – so fragte der prominente Veranstalter des Vorlesungszyklus, der württembergische Oberjustizrat E. F. von Georgii, in seinen Briefen den Philosophen.
In den »Stuttgarter Privatvorlesungen« legt Schelling einen klargegliederten Systementwurf vor, der aufgrund seiner Stringenz einen umfassenden und konzentrierten Überblick auf das breite Themenspektrum seines Denkens ermöglicht. Gott – Natur – Mensch bilden die metaphysischen Grundbegriffe des Systems, die hier mit Bezug auf Schellings Identitätsphilosophie (1801–1808) und zugleich über sie hinaus entfaltet werden. Nur ein Jahr nach der wirkungsmächtigen »Freiheitsschrift« (1809) und fast zeitgleich mit der Aufnahme der Arbeit an den »Weltaltern« (1811–1815) verfasst, nimmt der Text eine Schlüsselfunktion im Gesamtwerk des Philosophen ein, in dem sich 1810 der Übergang zu Schellings geschichtlicher Philosophie vorzeichnet.
Der erst aus dem Nachlass von Schellings Sohn in den »Sämmtlichen Werken« herausgegebene Text wird hier zusammen mit der von Georgii angefertigten Nachschrift in einer Studienausgabe präsentiert und durch den Briefwechsel zwischen dem Philosophen und dem Juristen ergänzt.

Binkelmann, Christoph / Schneidereit, Nele (Hrsg.): Denken fürs Volk?
Popularphilosophie vor und nach Kant
Kultur - System - Geschichte, Band 6
Würzburg 2015. 232 S. ISBN 978-3-8260-5716-8
Wörtlich übersetzt bedeutet philosophia popularis eine dem Volk zugehörige oder dasselbe betreffende Philosophie, salopp gesagt: ein Denken fürs Volk. Mit dieser Übersetzung sind sämtliche Ambivalenzen und Vieldeutigkeiten der Popularphilosophie offenkundig. Vor allem ihre Stellung zwischen Aufklärung und Verklärung des Volkes wird in keiner Epoche so deutlich wie in derjenigen der Klassischen Deutschen Philosophie. Zwischen den großen Errungenschaften der wissenschaftlichen Philosophie angesiedelt, nämlich der Metaphysik nach Leibniz und Wolff sowie dem Deutschen Idealismus, entfaltet sie alle Variationen von Abhängigkeit und Ablehnung, von Aufklärung, Kritik der Aufklärung und Aufklärung der Aufklärung. Dieser Band stellt die Entwicklung der Popularphilosophie vor und nach Kant dar, dessen Denken einen Wendepunkt im (Selbst-)Verständnis der Popularphilosophie markiert.

Sinclair, Isaac von: Wahrheit und Gewissheit
Erster Band - Berlin 1811
Herausgegeben von Christoph Binkelmann
Bibliothek 1800, Band 1
Stuttgart- Bad Cannstadt 2015. 320 S. ISBN 978-3-7728-2521-7
Isaac von Sinclair (1775–1815), deutscher Diplomat und Schriftsteller, unternimmt in seinem dreibändigen Hauptwerk ›Wahrheit und Gewissheit‹ (1811) eine systematische Darstellung der menschlichen Erfahrung. Der hier edierte Band 1 entwickelt die metaphysischen und anthropologischen Grundlagen. Im Ausgang vom höchsten Zweifel entwirft Sinclair eine Metaphysik der Erfahrung, die von einer spekulativen Logik zu Themen wie Gott, Bewusstsein, Leben und Körperlichkeit reicht. Der Band stellt eine originelle Auseinandersetzung mit dem philosophischen Denken der Epoche (Fichte, Hölderlin, Hegel) dar.

Rezension in der »Frankfurter Rundschau« vom 23. November 2015

Unger, Daniel: Schlechte Unendlichkeit.
Zu einer Schlüsselfigur und ihrer Kritik in der Philosophie des Deutschen Idealismus.
Beiträge zur Schelling-Forschung, Band 6
Freiburg, München 2015. 320 S. ISBN: 978-3-495-48712-9
Das systematische Problem »schlechter Unendlichkeit«, als dessen Überwindung die hegelsche Philosophie angetreten ist und das als solches weit über seinen Ursprung im Deutschen Idealismus hinausgeht, wird in dieser Arbeit rekonstruiert. Bereits bei Hegel bleibt die Beschreibung dieser Figur eines scheiternden affirmativen Selbstbezugs im Verstandesdenken nicht auf ihre logische Struktur beschränkt, ihre ganze Tragweite zeigt sich erst in der kritischen Anwendung auf die ethische Dimension des moralischen Sollens und die ästhetische Tradition des Erhabenen. In der Kritik Schellings und Kierkegaards findet jene Figur wiederum eine Anwendung auf ihren Urheber: Nicht nur würde Hegel an einer wirklichen Lösung dieses Problems scheitern; sein Modell einer wahren Unendlichkeit, damit auch sein geschichtliches Denken als solches, sei das Ende einer wahren Ethik und der eigenen Berechtigung des Einzelnen in seiner wirklichen Existenz.

Hühn, Lore / Ziche, Paul / Schwab, Philipp (Hrsg.): Schelling Studien.
Internationale Zeitschrift zur klassischen deutschen Philosophie. Band 4.
2016. 296 S. ISBN: 978-3-495-46604-9
Die internationale Zeitschrift Schelling-Studien bietet ein Forum für wissenschaftliche Arbeiten zur Philosophie Schellings und für übergreifende Fragestellungen des Idealismus und seiner Wirkungsgeschichte. Sie versammelt aktuelle internationale Beiträge der Forschung in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache. Der thematische "Schwerpunkt" des vierten Bandes der Schelling-Studien ist Schellings erster Berliner Vorlesung von 1841/42 gewidmet. Neben Beiträgen aus der aktuellen internationalen Forschung enthält der Band die Edition eines Auszugs aus einer Nachschrift von Johann Peter Pauls zu Schellings Würzburger Vorlesung von 1804, der die Konstruktion des Staates behandelt, sowie Dokumente zu einem Hörer Schellings in Würzburg. Berichte und Rezensionen beschließen den Band.

Müller-Lüneschloß, Vicki: Über das Verhältnis von Natur und Geisterwelt.

Ihre Trennung, ihre Versöhnung, Gott und den Menschen.
 Eine Studie zu F. W. J. Schellings ›Stuttgarter Privatvorlesungen‹ (1810)
 nebst des Briefwechsels Wangenheim – Niederer – Schelling der Jahre 1809/1810.
 Spekulation und Erfahrung. Abteilung II: Untersuchungen. - SuE II, 59.

Stuttgart 2012. 316 S. ISBN 978-3-7728-2621-4
Die Arbeit bietet erstmals eine umfassende Werkinterpretation der ›Stuttgarter Privatvorlesungen‹, die F. W. J. Schelling im Jahr 1810 vor einem Kreis von hohen Beamten gehalten hatte. Sie greift die einschlägigen Argumente des Systementwurfs aus dem Themenspektrum Gott-Natur-Mensch auf und verfolgt ihre Anfänge in der ›Freiheitsschrift‹ (1809) sowie ihre Weiterentwicklung in dem ›Weltalter‹-Projekt (1811–1815). Einblicke in die philologische und historische Entstehungsgeschichte der Privatvorlesungen werden hierbei durch die Berücksichtigung neuer Quellen gewonnen: dem Briefwechsel K. A. von Wangenheim – J. Niederer – F. W. J. Schelling, der in einem Anhang veröffentlicht und kommentiert wird. Gegenstand der Dokumente ist die Etablierung der pestalozzischen Unterrichtsmethode in Württemberg.